Bioikon

Das Blog aus der großen Welt der Kleinlebewesen.

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Ein Tag wie jeder andere - Himmelblauer Blattkäfer

Himmelblauer Blattkäfer (Chrysolina coerulans) Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss, und für Chrysolina war dieser Dienstag ein Tag wie jeder andere. Er glich dem vergangenen Montag so haargenau wie sich der kommende Mittwoch unterschiedslos vor den Donnerstag und den Rest der Woche reihen würde. Es ging bald auf den Oktober zu und die Zeichen des heraufziehenden Herbstes mehrten sich. Seit Ende Mai schon hockte das blauschwarz-metallisch blinkende Käferweibchen auf einem Minzestängel und ging seinen alltäglichen Geschäften nach.

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Autor: Thomas Schürmann
 

Ein düsterer Haudegen - Lederlaufkäfer

Leder-Laufkäfer (Carabus coriaceus)So manches ließe sich über den Lederlaufkäfer sagen, nur dass er eine Schönheit sei wohl kaum. Dem menschlichen Ideal von Anmut mag er so recht nicht entsprechen. Wenngleich am menschlichen Maßstab gemessen nicht wirklich groß, kommt der grobschlächtige Kerl heiklen Gemütern doch etwas zu gewaltig daher. Unter Käfern gilt er hierzulande als Riese, der mit bald vierzig Millimetern Länge von der Maxillenspitze bis zum Abdomenende von kaum einer Handvoll Arten übertroffen wird. Zwischen der kahlköpfig glänzenden Stirn und den mordsmäßigen Mandibeln glotzen Glubschaugen gleichgültig wie aus einem fratzenhaften Totenschädel. Ebenso lässt die unedle Anmutung der pockennarbig verbeulten Panzerrüstung, in die der düstere Haudegen seinen nachtschwarzen Leib hüllt, kaum auf freundliche Gesinnung schließen.

Nun sollte man nicht unbedingt von der äußeren Erscheinung aufs innere Wesen folgern. Doch kleinere Tiere bis zum Kaliber einer Schnecke liegen durchaus richtig, bei seinem Anblick eiligstmöglich die Flucht zu ergreifen. Denn in der Nacht führt der zwielichte Geselle einen finsteren Lebenswandel.

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Autor: Thomas Schürmann
   

Begegnung mit Lurchi - Feuersalamander

Feuersalamander (Salamandra salamandra) Salamandra salamandris: Als Kind kannte ich ihn nur aus „Lurchis Abenteuer”, den etwas angestaubten Comicgeschichten mit denen damals ein bekannter Schuhproduzent den Verkauf von Kinderschuhen ankurbelte.
An einem lauen Sommerabend vor drei Jahren begegnet ich ihm zum ersten Mal in natura. Erst im Vorjahr war die von einer Trockenmauer eingefriedete Terasse, auf der ich saß, angelegt worden. Zum Lesen war es fast zu dunkel, als ich im Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm und so das gelb-schwarz gefleckte Tier entdeckte.

Der etwa 15 cm lange Feuersalamander hockte auf einem Vorsprung der Mauer und bemühte sich nicht ansatzweise, ungesehen zu bleiben. Die sommerliche Hitze des Tages hatte er gut geschützt in einer tiefen und wohltemperierten Spalte zwischen den Kalksteinen verbracht. Salamander mögen die Hitze nicht. Das ist verständlich, denn wenngleich diese Amphibien den größten Teil ihres erwachsenen Lebens fern des Wassers verbringen, sind sie aufgrund ihrer durchlässigen Haut der Gefahr ausgesetzt auszutrocknen.

Eine Weile lang musterten wir uns gegenseitig, dann verschwand er im Dunkel der mittlerweile hereingebrochenen Nacht. Kürzlich begegneten wird uns ein zweites Mal.

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Autor: Thomas Schürmann
   

Sommerliches Massaker - Wespe und Bremse

Wespe massakriert BremseAn einem heißen Julisonntag merkt der Fotograf wegen eines lauten Summens von seiner Zeitschrift auf. Geradewegs durch die geöffnete Terassentür kommt eine Bremse geflogen, eine dieser unangenehmen Stechfliegen die mancherorts auch als "Blinde Fliege" oder "Blindekippe" bekannt sind. Noch während nach der Fliegenklatsche gesucht wird, erscheint weiterer ungebetener Besuch, diesmal ein Insekt aus der Hautflüglergattung Vespinae, zu gut deutsch: eine Wespe. Nun geschieht dramatisches. Kaum hat die Taillenwespe den Zweiflügler erspäht, macht sie sich zielsicher an die Verfolgung. Die Jagd währt nicht lang und der gelb-schwarze Räuber bohrt seinen Hinterleibsstachel in die Beute. Anders als die Bienenverwandschaft verenden Wespen nach dem Stich nicht, denn ihr Stachel ist nicht mit Widerhaken bewehrt, sodass er wieder eingezogen und mehrfach verwendet werden kann.

Die Gegenwehr der Fliege erlahmt, denn das injizierte Wespengift entfaltet seine Wirkung. Der gelb-schwarze Hauflügler zerteilt nun in aller Seelenruhe seine wehrlose Beute.

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Autor: Thomas Schürmann
   

Legende und Wahrheit - Ohrenkneifer

Ohrenschlüpfer, Ohrkneifer, Ohrenhöhler, Ohrenpitscher, Ohrschlitz, Ohrwuzler, Ohrengrübler, Ohrenschlepper oder Ohrenschleifer - so nennt ihn der Volksmund.

Die Legende...

Gemeiner Ohrwurm (Fortificula auricularia)In den populären Bestimmungsbüchern wird Fortificula auricularia im Deutschen üblicherweise schlicht als Gemeiner Ohrwurm bezeichnet. Eingedenk der Vielzahl seiner weiteren, landläufig bekannten und wenig vertrauenerweckenden Namen verwundert kaum, wie sehr das Tier einst von manchen Leuten gefürchtet wurde. Es krieche nächtens heimlich in den Gehörgang, und verschaffe sich - das Trommelfel mit seinen scharfen Hinterleibszangen zerreißend - Zugang zur Schädelhöhle, um dort seine Eier abzulegen. So lautete die über Generationen kolportierte Legende. Ein gar grausliges Hirngespinst, von dem sich womöglich der ein oder andere Horrorfilmer anregen ließ.

Aber natürlich wissen wir Heutigen, dass derlei Geschichten ausschließlich hanebüchener Mumpitz sind!

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Autor: Thomas Schürmann
   

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