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Herbstzeit ist Pilzzeit

Fichtensteinpilz (Boletus edulis)In diesem Jahr beginnt die Pilzsaison früh und wie mit einem Paukenschlag. Seit Ende Juli und fast den gesamten August hindurch war es verhältnismäßig kühl und feucht. Abgesehen von wenigen heißen Wochen zwischen Juni und Juli war dieser Sommer völlig verregnet. Für die Gartensaison eher tödlich, sorgt diese Wetterabfolge in der Folgezeit für üppigstes Wachstum in der Pilzflora. Von Steinpilzen wir gemunkelt, ihre Vorkommen explodierten nachdem üppige Regenschauer auf längere Hitze folgen.

In manchen Jahren erbringt auch die ausdauerndste Suche gerade die Einlage für ein dünnes Pilzsüppchen. Diese Mal dagegen trifft der geübte Sammler bereits seit Mitte August auf Stein- und Perlpilze in außergewöhnlich üppiger Menge. Nicht Pilze suchen lautet das Motto in diesem Jahr, sondern Pilze pflücken.

Abgesehen vom begehrten Steinpilz findet der Pilzkundige jetzt auch andere Arten nicht selten.

Fichtensteinpilz (Boletus edulis)

Fichtensteinpilz (Boletus edulis)Für so manchen Sammler gilt der Fichtensteinpilz als König unter den Speisepilzen. Seine Vielzahl günstiger Eigenschaften zeichnet ihn aus: Bereits aus wenigen Exemplaren seines oft stattlich großen und robusten Fruchtkörpers lässt sich eine ansehnlich Mahlzeit anrichten.  Sein Fleisch ist fest und von angenehmem Aroma und verglichen mit anderen Sammelpilzen ist es meist erfreulich wenig von Schnecken angefressen oder mit Madengängen durchzogen. So kann er zügig ohne allzuviel Restabfall verarbeitet werden. In Öl oder Lake eingelegt, tiefgefroren, eingekocht oder getrocknet kann der Dickröhrling noch lange Zeit nach dem Fund genossen werden.

Pfefferröhrling (Boletus piperatus)

Pfefferröhrling (Boletus piperatus)Wo man den Pfefferröhrling findet, lohnt es sich, auch nach dem Fichtensteinpilz Ausschau zu halten. Oft tritt der meist eher zierliche Röhrling als Begleiter des begehrten Edelpilzes auf; sie teilen sich das gleiche Habitat im Nadelwald. Früher galt der Pfefferröhrling aufgrund seines im rohen Zustand  scharfen Geschmacks als ungenießbar. Doch getrocknet kann der ungiftige Pilz zum Würzen verwendet werden. Seine Schärfe geht spätestens beim Kochen verloren, sodass der kleine Pfefferröhrling, der an seinem Standort oft in großer Zahl zu finden ist, ohne weiteres verzehrt werden kann.

Perlpilz (Amanita rubescens)

Perlpilz (Amanita rubescens)Auch den Perlpilz findet man häufig in der näheren Umgebung von Steinpilzen im Fichtenwald. Anders als jener ist der "rötende" Amanita nicht auf den Nadelwald beschränkt sondern auch im Laubwald beheimatet. Dort besiedelt der Mykorrhizapilz das Wurzelwerk der Bäume.
Der etwas erdig schmeckende Blätterpilz ist bei Schwammerlsuchern durchaus beliebt. Aber Vorsicht ist geboten! Unerfahrene Sammler verwechseln diesen guten Speisepilz trotz einiger deutlicher Unterscheidungsmerkmale bisweilen mit dem gefährlich giftigen Pantherpilz.

Eichenrotkappe (Leccinum querciunum)

Eichen-Rotkappe (Leccinum quercinum)Der dunkelrote, feinfilzige Hut und der dunkelgrau auf weißem Grund beschuppte Stiel kennzeichnen diesen Röhrling aus der Gattung der Rauhfüße. Man findet ihn ausschließlich unter Eichen. Leicht verwechseln kann man ihn allerdings mit einigen nah verwandten Arten, die symbiotisch angepasst im Wurzelwerk anderer Gehölzarten leben. Im Unterschied zum Perlpilz ist hier ein Irrtum bei der Bestimmung wenig tragisch: Alle Rotkappenspecies sind ungiftig und gelten als gute Speisepilze.

Krause Glucke (Sparassis crispa)

Krause Glucke (Sparassis crispa)Von ganz anderer Natur als die vorangehend beschriebenen Pilzarten ist die Krause Glucke, mancherorts auch als Fette Henne bekannt. Dieser Porenpilz lebt als Saprobiont von der Zersetzung organischer Stoffe. Zumeist findet man sie in Kiefernwäldern. Der kundige Sammler empfindet große Freude beim Fund des in Geschmack und Konsistenz außergewöhnlichen Pilzes am Fuß einer alten Kiefer. Zwar ist der blumenkohlähnliche, sehr verzweigte Pilz nicht leicht zu reinigen, doch wird der Pilzfreund durch seine oft stattliche Größe - bis zu fünf Kilo erreicht die Kraus Glucke - reichlich entschädigt.

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