Bioikon

Das Blog aus der großen Welt der Kleinlebewesen.

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Herbstzeit ist Pilzzeit

Fichtensteinpilz (Boletus edulis)In diesem Jahr beginnt die Pilzsaison früh und wie mit einem Paukenschlag. Seit Ende Juli und fast den gesamten August hindurch war es verhältnismäßig kühl und feucht. Abgesehen von wenigen heißen Wochen zwischen Juni und Juli war dieser Sommer völlig verregnet. Für die Gartensaison eher tödlich, sorgt diese Wetterabfolge in der Folgezeit für üppigstes Wachstum in der Pilzflora. Von Steinpilzen wir gemunkelt, ihre Vorkommen explodierten nachdem üppige Regenschauer auf längere Hitze folgen.

In manchen Jahren erbringt auch die ausdauerndste Suche gerade die Einlage für ein dünnes Pilzsüppchen. Diese Mal dagegen trifft der geübte Sammler bereits seit Mitte August auf Stein- und Perlpilze in außergewöhnlich üppiger Menge. Nicht Pilze suchen lautet das Motto in diesem Jahr, sondern Pilze pflücken.

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Autor: Thomas Schürmann
 

Weder Tier noch Pilz - Schleimpilze

Comatricha nigraPflanzen sind sie nicht, so viel ist klar, denn deren charakteristische Fähigkeit, das Sonnenfeuer einzufangen um es für die Bildung energiereicher Stoffe zu nutzen, geht diesen seltsamen Lebewesen erkennbar ab. Doch schon die Bezeichnung führt in die Irre: Mit den echten Pilzen sind die Schleimpilze trotz einiger Gemeinsamkeiten nur im weitesten Sinn verwandt. Die Angehörigen der rätselhaften Gruppe weisen eine sonderbare Mixtur typischer Eigenschaften von Tieren und Pilzen gleichzeitig auf. Sie lassen sich nicht wiederspruchsfrei in die etablierten Großgruppen integrieren. Daher werden die Schleimpilze in der biologischen Systematik inzwischen als eigene Klasse geführt.

Der weitaus größte Teil der etwa 1000 aktuell bekannten Arten ist in den gemäßigten Breiten beheimatet und fast ausschließlich auf dem festen Land zu finden. Kaum Arten mit aquatischer Lebensweise wurden nachgewiesen, weder im Meer noch in Fließgewässern oder Seen und Tümpeln. Zumeist bewohnen Schleimpilze Totholz, sie sind aber auch auf Rinde oder in der Pflanzenstreu zu finden.

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Autor: Thomas Schürmann
   

Sommerliches Massaker - Wespe und Bremse

Wespe massakriert BremseAn einem heißen Julisonntag merkt der Fotograf wegen eines lauten Summens von seiner Zeitschrift auf. Geradewegs durch die geöffnete Terassentür kommt eine Bremse geflogen, eine dieser unangenehmen Stechfliegen die mancherorts auch als "Blinde Fliege" oder "Blindekippe" bekannt sind. Noch während nach der Fliegenklatsche gesucht wird, erscheint weiterer ungebetener Besuch, diesmal ein Insekt aus der Hautflüglergattung Vespinae, zu gut deutsch: eine Wespe. Nun geschieht dramatisches. Kaum hat die Taillenwespe den Zweiflügler erspäht, macht sie sich zielsicher an die Verfolgung. Die Jagd währt nicht lang und der gelb-schwarze Räuber bohrt seinen Hinterleibsstachel in die Beute. Anders als die Bienenverwandschaft verenden Wespen nach dem Stich nicht, denn ihr Stachel ist nicht mit Widerhaken bewehrt, sodass er wieder eingezogen und mehrfach verwendet werden kann.

Die Gegenwehr der Fliege erlahmt, denn das injizierte Wespengift entfaltet seine Wirkung. Der gelb-schwarze Hauflügler zerteilt nun in aller Seelenruhe seine wehrlose Beute.

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Autor: Thomas Schürmann
   
 

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